Die technische Analyse ist eine Methode zur Bewertung von Märkten, bei der Marktaktivitätsdaten wie historische Preise und Handelsvolumen untersucht werden. Im Gegensatz zu Fundamentalanalysten versuchen technische Analysten (Techniker) nicht, den inneren Wert eines bestimmten handelbaren Instruments zu bestimmen. Stattdessen nutzen sie Kurscharts und andere Werkzeuge, um Muster zu erkennen, die auf zukünftige Marktbewegungen hinweisen können.
Mit all ihren teils komplexen Werkzeugen untersucht die technische Analyse im Kern lediglich Angebot und Nachfrage am Markt, um den zukünftigen Trend (die Marktrichtung) zu bestimmen. Sie lässt sich auf jede Anlageklasse anwenden, für die historische Handelsdaten verfügbar sind – Devisenhandel, Aktien, Rohstoffe, Aktienindizes, Kryptowährungen, Anleihen, Futures usw.
Es gibt drei zentrale Annahmen in der technischen Analyse:
- Erstens: Der Preis berücksichtigt alles. Techniker gehen davon aus, dass der Preis eines handelbaren Instruments zu jedem Zeitpunkt alle Faktoren widerspiegelt, die den Markt beeinflusst haben oder beeinflussen könnten – einschließlich fundamentaler Faktoren. In der Praxis des Aktienmarktes gehen Analysten beispielsweise davon aus, dass die Fundamentaldaten eines Unternehmens, übergeordnete makroökonomische Faktoren sowie die Marktpsychologie bereits im Aktienkurs enthalten sind. Daher besteht keine Notwendigkeit, all diese Faktoren separat zu analysieren.
- Zweitens: Kursbewegungen folgen in der Regel Trends. Sobald sich ein Trend gebildet hat, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich zukünftige Kursbewegungen eher in Richtung dieses Trends entwickeln, statt sich gegen ihn zu bewegen.
- Drittens: Die Geschichte wiederholt sich – insbesondere bei Kursbewegungen. Dies wird häufig mit der Marktpsychologie erklärt. Anders ausgedrückt: Marktteilnehmer reagieren im Laufe der Zeit immer wieder ähnlich auf vergleichbare Marktimpulse. Die technische Analyse nutzt Chartmuster, um Marktbewegungen zu untersuchen und Trends zu identifizieren. Charts veranschaulichen Kursmuster, die sich häufig wiederholen können.
Vor- und Nachteile der technischen Analyse
Zunächst einmal ist die technische Analyse nur sehr gering von fundamentalen Daten abhängig. Für einen Techniker ist jede Nachricht oder jeder makroökonomische Bericht bereits auf die eine oder andere Weise im Marktpreis berücksichtigt. Ein Trader muss daher nicht unbedingt auf monatliche oder vierteljährliche makroökonomische Veröffentlichungen warten oder auf saisonale Ereignisse achten.
Ein weiterer Vorteil der technischen Analyse ist, dass sie Tradern einen schnellen Überblick über relevante Marktdaten ermöglicht. Alle wichtigen Informationen befinden sich in einem einzigen Chart – Kursbewegung, Open Interest und Handelsvolumen. Mit den passenden Analysewerkzeugen kann ein Techniker innerhalb weniger Minuten einschätzen, ob ein Trade sinnvoll ist oder nicht. Ebenso lassen sich Kursziele und Parameter für das Risikomanagement vergleichsweise leicht bestimmen.
Was die Nachteile betrifft: Ein technischer Trader sollte vorsichtig sein, wenn die eigene Strategie überwiegend auf nachlaufenden Indikatoren basiert. Diese zeigen vor allem vergangene und aktuelle Ereignisse an. Zukünftige Entwicklungen lassen sich damit jedoch nicht zuverlässig prognostizieren.
Zudem sind die Werkzeuge der technischen Analyse für alle Marktteilnehmer frei zugänglich. Dadurch konkurrierst du sowohl mit Anfängern als auch mit erfahrenen Tradern, die dieselben Instrumente nutzen. Da viele Trader ähnliche Strategien anwenden, werden Stop-Loss-Platzierungen sowie Unterstützungs- und Widerstandszonen häufig vorhersehbar. Dadurch können auch Kursbewegungen berechenbarer werden. Um sich einen Vorteil zu verschaffen, musst du daher deine Analysewerkzeuge und deine Trading-Strategie kontinuierlich verfeinern.
Schließlich müssen Trader lernen, die Berechnungen technischer Analysewerkzeuge besser zu interpretieren als andere Marktteilnehmer. Es gibt zwar keine grundsätzlich falsche Art, die gesammelten Daten zu interpretieren – dennoch gibt es oft eine bessere Herangehensweise.
In diesem Leitfaden konzentrieren wir uns auf einige zentrale Konzepte der technischen Analyse, stellen beliebte technische Indikatoren vor und betrachten häufig auftretende Chartmuster.
Das Konzept eines Markttrends
Wenn wir von einem Trend sprechen, meinen wir die Richtung, in die sich die Marktpreise bewegen. Ein gerichteter Trend, der durch steigende oder fallende Kurse entsteht, kann von einem Trader genutzt werden, um mit einer passenden Trendfolgestrategie Gewinne zu erzielen.
Ein Aufwärtstrend (Bull-Trend) liegt vor, wenn der Kurs höhere Hochs und höhere Tiefs bildet.

Ein Abwärtstrend (Bear-Trend) liegt vor, wenn der Kurs niedrigere Hochs und niedrigere Tiefs bildet.

Ein Seitwärtstrend (auch Range oder Trading-Range genannt) liegt vor, wenn sich der Kurs innerhalb einer bestimmten Spanne bewegt, ohne deutliche Bewegungen nach oben oder unten zu zeigen. Mit anderen Worten: Der Kurs bleibt über einen längeren Zeitraum auf einem ähnlichen Niveau. Eine solche Marktphase tritt häufig auf, wenn ein zuvor bestehender größerer Trend vorübergehend pausiert.

Es ist wichtig zu beachten, dass Trendfolge-Methoden nur während Aufwärts- oder Abwärtstrends zuverlässig funktionieren. Innerhalb von Seitwärtsphasen liefern sie in der Regel keine guten Ergebnisse. Um von seitwärts verlaufenden Trends (flachen Trends) zu profitieren, nutzen die meisten Trader, die mit technischer Analyse arbeiten, Preisoszillatoren.
Außerdem verläuft die Kursbewegung nie in einer durchgehend geraden, ununterbrochenen Linie. Innerhalb eines größeren Trends treten immer wieder kleinere Gegenbewegungen auf, die es erschweren können, den übergeordneten Trend eindeutig zu erkennen. Ebenso sollte berücksichtigt werden, dass Trends unterschiedlich lang sein können. Kurzfristige Trends sind häufig Teil übergeordneter, langfristiger Trends. Aus Sicht eines technischen Analysten beschreibt ein Trend eine gerichtete Kursbewegung, die lange genug anhält, um erkannt und genutzt werden zu können.
Einige Techniker glätten kurzfristige Bewegungen innerhalb eines Trends mithilfe von gleitenden Durchschnitten. Dadurch lassen sich längerfristige Trends besser erkennen.
Andere Trader analysieren Charts gezielt nach Extrempunkten (Hochs und Tiefs), die durch bestimmte Zeiträume voneinander getrennt sind, und verbinden anschließend diese Punkte miteinander. Eine solche Linie wird als Trendlinie bezeichnet. Wenn Trader Hochpunkte miteinander verbinden (Hoch zu Hoch) oder Tiefpunkte miteinander verbinden (Tief zu Tief), können sie die Richtung der Kursbewegung und ihre Grenzen bestimmen. Wird eine Trendlinie durchbrochen, kann dies darauf hindeuten, dass sich der zugrunde liegende Trend umkehrt.
Um einen Abwärtstrend darzustellen, zeichnen Trader eine Trendlinie in der Regel oberhalb der Kursbewegung. Um einen Aufwärtstrend darzustellen, wird die Trendlinie meist unterhalb der Kursbewegung eingezeichnet. In einem Abwärtstrend wird die Trendlinie durch Hochpunkte bestimmt. In einem Aufwärtstrend wird sie durch Tiefpunkte bestimmt. Um eine Trendlinie zu zeichnen, benötigst du mindestens zwei Swing-Hochs oder zwei Swing-Tiefs. Eine gültige Trendlinie wird jedoch in der Regel durch mindestens drei Hochs oder drei Tiefs bestätigt.


Das Konzept von Unterstützung und Widerstand
Besonders wichtige Kursniveaus, die auf historischen Daten basieren und von Tradern genutzt werden, um mögliche Punkte zu erkennen, an denen eine Marktbewegung stoppen und die Richtung wechseln kann, werden als Unterstützungs- und Widerstandsniveaus bezeichnet.
Ein Unterstützungsniveau markiert den tiefsten Punkt eines Abwärtstrends am Markt – meist ein einzelnes Tief. Auf diesem Niveau trifft Verkaufsdruck auf Kaufinteresse, da Käufer in den Markt eintreten und die Abwärtsbewegung an Dynamik verliert. Ein Unterstützungsniveau dient häufig als Signal für Trader, eine Long-Position zu eröffnen, oder als Kursziel für bestehende Short-Positionen.
Ein Widerstandsniveau markiert den höchsten Punkt eines Aufwärtstrends am Markt, an dem Käufer und Verkäufer in etwa gleich stark sind. Sobald Verkäufer die Kontrolle übernehmen, fällt der Kurs vom Widerstandsniveau zurück. Dieses Niveau dient Tradern häufig als Signal für eine Short-Position oder als Kursziel für bestehende Long-Positionen.
Um ein Unterstützungs- oder Widerstandsniveau zu erkennen, analysiert ein Trader den Chart nach markanten Hoch- oder Tiefpunkten beziehungsweise nach Kursniveaus, an denen die Marktbewegung wiederholt gestoppt hat und anschließend die Richtung wechselte.

Hier sehen wir, dass die Aufwärtsbewegung des Kurses mehrmals an klar erkennbaren Widerstandsniveaus gestoppt wurde und anschließend eine Umkehr erfolgte.
Im folgenden Chart sehen wir die entgegengesetzte Situation – die Abwärtsbewegung wurde mehrmals an deutlich erkennbaren Unterstützungsniveaus gestoppt und kehrte anschließend um.

Nachdem wir Unterstützungs- und Widerstandsniveaus bestimmt haben, müssen wir sie visualisieren, um sie weiter zu nutzen. Dazu ziehen wir einfach eine horizontale Linie durch das ermittelte Unterstützungs- oder Widerstandsniveau, an dem sich die Kursbewegung umkehrt.


Auch gleitende Durchschnitte können als Unterstützungs- oder Widerstandsniveaus dienen. Wenn sich Kurse in einem Abwärtstrend bewegen und sich dem gleitenden Durchschnitt von oben nähern, prallen sie häufig daran ab. Brechen die Kurse jedoch darunter und fallen weiter, kann dies ein starkes Signal für eine Short-Position sein.

Wenn sich Kurse in einem Aufwärtstrend bewegen und sich dem gleitenden Durchschnitt von unten nähern, stoßen sie häufig auf Widerstand. Brechen die Kurse jedoch darüber aus und steigen weiter, kann dies ein starkes Signal für eine Long-Position sein.

Fibonacci-Level-Rechner
| Niveau | Preis |
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Fibonacci-Level helfen technischen Analysten dabei, Unterstützungs- und Widerstandsniveaus zu erkennen. Diese können darauf hinweisen, an welchen Punkten sich der Kurs eines Vermögenswerts beschleunigt, pausiert oder korrigiert.
Fibonacci-Retracement-Level ermöglichen es Tradern, mithilfe der technischen Analyse einzuschätzen, wo Kursrückgänge innerhalb eines Trends enden könnten. Steigt der Kurs einer Aktie beispielsweise von 100 USD auf 150 USD, suchen Trader, die einen Fibonacci-Level-Rechner verwenden, häufig nach einem Unterstützungsniveau in der Nähe von 138,2 USD (was einem Retracement von 61,8 % entspricht).
Da eine große Anzahl technischer Analysten Fibonacci-Level nutzt und ihre Orders an diesen Niveaus platziert, kann dies tatsächlich dazu führen, dass der Kurs dort reagiert. Dadurch wird die Wirksamkeit der Fibonacci-Level zusätzlich verstärkt.
Während Retracement-Level dir helfen können, Trends bei Kursrücksetzern zu erkennen, lassen sich mit Extension-Level mögliche Kursziele nach einem Ausbruch besser abschätzen.
Fibonacci-Level eignen sich sowohl für kurzfristige als auch für langfristige Charts und unterstützen Swing-Trader, Daytrader und langfristige Investoren gleichermaßen.
Ausbrüche (Breakouts)
In den meisten Fällen entstehen Ausbrüche, wenn der Kurs unter ein vorheriges Unterstützungsniveau (oder eine Unterstützungszone) fällt und weiter sinkt, oder wenn er über ein vorheriges Widerstandsniveau (oder eine Widerstandszone) steigt und weiter zulegt. Ein Ausbruch signalisiert eine deutliche Veränderung von Angebot und Nachfrage für ein bestimmtes handelbares Instrument und deutet darauf hin, dass sich wahrscheinlich ein neuer Trend bildet.
Ausbrüche in Richtung des vorherigen Trends bestätigen meist, dass der bestehende Trend weiterhin intakt ist. Erfolgt der Ausbruch jedoch entgegen der bisherigen Trendrichtung, deutet dies häufig darauf hin, dass sich der Trend möglicherweise umkehrt. Trader sollten in diesem Fall ihre bestehenden Positionen schließen und gegebenenfalls in die entgegengesetzte Richtung handeln.
Eine wichtige Voraussetzung für einen Ausbruch ist das Durchbrechen einer bestehenden Trendlinie oder einer Unterstützungs- beziehungsweise Widerstandszone. Die zweite entscheidende Voraussetzung ist die Bestätigung, dass dieses Durchbrechen tatsächlich ein echter Ausbruch ist und kein sogenannter „Fakeout“.
Betrachten wir Unterstützungs- oder Widerstandszonen, ist das exakte Ausbruchsniveau nicht immer eindeutig. Häufig wird jedoch der Extrempunkt der Unterstützungs- oder Widerstandszone als mögliches Ausbruchsniveau betrachtet.
Bei Trendlinien können diese als präzisere Ausbruchsniveaus dienen. In diesem Fall benötigen Trader eine Bestätigung, dass die Trendlinie tatsächlich durchbrochen wurde. Manche Trader warten darauf, dass die Ausbruchskerze schließt. Andere warten lieber, bis zwei oder mehr Kerzen unterhalb eines Unterstützungsniveaus oder oberhalb eines Widerstandsniveaus schließen.
Es gibt auch weitere Methoden zur Bestätigung. Ein Trader kann beispielsweise eine Ausbruchszone definieren, die einen bestimmten Prozentsatz über dem Ausbruchsniveau liegt. Wenn der Kurs sowohl das Ausbruchsniveau als auch die darüber liegende Ausbruchszone erfolgreich durchbricht, kann dies als echter Ausbruch gewertet werden. Trader können hierfür unterschiedliche Prozentsätze verwenden. Häufig wird (insbesondere im Aktienhandel) die sogenannte 3-%-Regel genutzt – ein Punkt, der 3 % über dem Ausbruchsniveau liegt.
Im folgenden 1-Stunden-Chart von USD/JPY verwenden wir einen Filter von 0,30 % über dem Ausbruchsniveau.

Retracements (Korrekturen innerhalb des Haupttrends)
Ein Retracement (Korrektur) ist eine vorübergehende Umkehr der Kursrichtung, die entgegen dem übergeordneten Trend auftritt. Ein Retracement unterscheidet sich von einer Trendwende. Retracements sind kurzfristige Korrekturen innerhalb eines bestehenden langfristigen Trends, während eine Trendwende das Ende des Haupttrends und den Beginn eines neuen Trends signalisiert.
In einem starken Aufwärtstrend wird eine Kurssteigerung regelmäßig von bärischen Korrekturen unterbrochen. Diese beginnen in der Regel an einem Widerstandspunkt und enden an einem Unterstützungsniveau. Retracements sind selbst kleinere Trends, die sich entgegen der Haupttrendrichtung bewegen.
In einem ausgeprägten Aufwärtstrend ist es logisch zu erwarten, dass Retracements relativ kurz ausfallen und nur einen begrenzten Teil der vorherigen Kursbewegung korrigieren. Wenn ein Aufwärtstrend stark erscheint, überschreiten Retracements meist nicht 50 % der vorherigen Aufwärtsbewegung. Dasselbe Prinzip gilt auch für Abwärtstrends.

In einem Aufwärtstrend verliert die Trendlinie des langfristigen Trends ihre Aussagekraft, wenn ein Retracement mehr als 50 % der vorherigen Aufwärtsbewegung korrigiert. Die Größe eines Retracements gibt daher einen wichtigen Hinweis darauf, wie stark der übergeordnete Trend tatsächlich ist.
Kanäle
Kanäle beschreiben Handelsspannen, die durch eine Trendlinie und eine parallele Linie definiert werden, welche durch Kurs-Hochs und Kurs-Tiefs verläuft. Je nach Kursrichtung können drei Arten von Kanälen entstehen – aufsteigende Kanäle, absteigende Kanäle und seitwärts verlaufende Kanäle.
Aufsteigende Kanäle stellen aufwärts geneigte Handelsspannen dar, in denen der Kurs in einem nahezu gleichmäßigen Tempo höhere Hochs und höhere Tiefs bildet.
Um einen aufsteigenden Kanal zu zeichnen, folgen Trader in der Regel diesen Schritten:
- Zeichne zunächst eine Trendlinie, wie zuvor im Leitfaden beschrieben.
- Zeichne anschließend eine zweite Linie mit demselben Winkel und passe ihre Länge an die Projektion des Kanals an.
- Verschiebe die parallele Linie so, dass sie durch das nächstgelegene Hoch verläuft.
- Wenn tatsächlich ein aufsteigender Kanal vorliegt, liegen alle vorherigen Hochpunkte auf dieser parallelen Linie (oder weichen nur minimal davon ab).
- Versuche nicht, die zweite Linie künstlich parallel zur Trendlinie auszurichten. Wenn sie nicht passt, liegt schlicht kein Kanal vor.

Absteigende Kanäle stellen abwärts geneigte Handelsspannen dar, in denen der Kurs in einem nahezu gleichmäßigen Tempo niedrigere Hochs und niedrigere Tiefs bildet.

Horizontale Kanäle beschreiben Handelsspannen, bei denen kein Winkelunterschied zwischen Hochpunkten und Tiefpunkten besteht – der Kurs bewegt sich zwischen horizontalen Unterstützungs- und Widerstandsniveaus.

Pivot-Level und ihre Anwendung
Pivot-Level (Pivot Points) sind eine Technik, die vor allem von Daytradern genutzt wird, um wahrscheinliche Unterstützungs- und Widerstandsniveaus zu bestimmen. Sie können auch verwendet werden, um Ausbrüche aus Handelsspannen zu bestätigen.
Jedes handelbare Instrument weist an jedem einzelnen Handelstag vier zentrale Kursniveaus auf – den Eröffnungskurs, den Tageshöchstkurs, den Tagestiefstkurs und den Schlusskurs. Diese Werte reichen aus, um die Pivot Points zu berechnen.
Der Grund, warum viele Trader diese Technik verwenden, liegt darin, dass Pivot-Level einen prognostischen Charakter haben und potenzielle Wendepunkte für die aktuelle Handelssitzung anzeigen. Da der Markt häufig an diesen Niveaus reagiert, können Trader sie nutzen, um Positionen zu eröffnen. Die Berechnungsformel lautet wie folgt:
Pivot Point = (High + Close + Low)/3
Sobald du den Pivot Point (PP) kennst, lassen sich die Widerstands- und Unterstützungsniveaus leicht berechnen:
Resistance 1 = (2 * PP) – Low
Support 1 = (2 * Pivot) – HighResistance 2 = PP + (High – Low)
Support 2 = PP – (High – Low)Resistance 3 = High + 2*(PP – Low)
Support 3 = Low – 2*(High – PP)
Wenn du den Höchstkurs, Tiefstkurs und Schlusskurs eines Instruments aus dem vorherigen Handelstag nimmst, kannst du für den aktuellen Tag sieben relevante Kursniveaus berechnen – einen Pivot Point, drei Unterstützungsniveaus und drei Widerstandsniveaus.
Eröffnet der Markt oberhalb des Pivot Levels, deutet dies darauf hin, dass die aktuelle Handelssitzung eher Long-Trades begünstigt – vorausgesetzt, das handelbare Instrument bleibt über dem Pivot Point. Eröffnet der Markt hingegen unterhalb des Pivot Levels, spricht dies eher für Short-Trades, solange der Kurs unter dem Pivot Point bleibt.
Trader können entweder eine Umkehr oder einen Durchbruch der R1- oder S1-Niveaus erwarten. Wenn der Kurs die R2- und R3-Niveaus beziehungsweise die S2- und S3-Niveaus erreicht, gilt der Vermögenswert meist bereits als überkauft oder überverkauft. Daher werden diese Niveaus von Tradern häufig genutzt, um bestehende Positionen zu schließen, nicht um neue zu eröffnen.
Ein besonders interessantes Szenario entsteht, wenn der Eröffnungskurs über dem eigentlichen Pivot Level liegt, der Markt zunächst am R1-Niveau stoppt und anschließend weiter in Richtung R2 steigt. In diesem Fall eröffnen Trader häufig eine Position beim Ausbruch über R1 und setzen ihr Kursziel bei R2. Wird R2 tatsächlich erreicht, schließen viele Trader dort die Hälfte ihrer Position. Anschließend kann R3 als nächstes Ziel dienen, wo der verbleibende Teil der Position geschlossen wird.
Ein zentraler Vorteil der Pivot-Level-Technik besteht darin, dass viele Marktteilnehmer dieselben Berechnungen auf Grundlage derselben Formel verwenden. Im Gegensatz dazu kann das Einzeichnen von Unterstützungs- und Widerstandsniveaus sowie von Trendlinien im Chart durchaus subjektiv sein.
Simple Moving Average (SMA)
Gleitende Durchschnitte sind hilfreiche Indikatoren, die tägliche Kursschwankungen glätten. Dadurch können technische Analysten den übergeordneten Trend erkennen, ohne von kleinen täglichen Kursbewegungen abgelenkt zu werden.
Ein steigender gleitender Durchschnitt deutet in der Regel auf einen Aufwärtstrend hin, während ein fallender gleitender Durchschnitt auf einen Abwärtstrend hindeutet. Einige Techniker nutzen einen bestimmten Ansatz, um gleitende Durchschnitte mit einem Markttrend zu verbinden. Schließt ein handelbares Instrument über einem Simple Moving Average, kann dies auf einen Aufwärtstrend hinweisen. Schließt es darunter, kann dies auf einen Abwärtstrend hindeuten.
Die Wahl der Periode (Länge) eines gleitenden Durchschnitts zur Einschätzung eines Markttrends hängt jedoch stark von den persönlichen Präferenzen des Analysten ab. Die Periode eines SMA richtet sich meist nach dem eigenen Trading-Stil und dem bevorzugten Zeitrahmen. Eine passende SMA-Periode wird daher häufig durch Erfahrung und Tests bestimmt.
Obwohl SMAs dabei helfen, Trends zu erkennen, geschieht dies meist erst, nachdem der Trend bereits begonnen hat. Anders ausgedrückt: Gleitende Durchschnitte sind nachlaufende Indikatoren, da sie auf historischen Kursdaten basieren.
Gleitende Durchschnitte können unterschiedliche Perioden haben. Besonders verbreitet sind tägliche MAs mit Perioden von 10, 20, 30, 50, 80 und 200 Tagen. Der 10-Tage-SMA entspricht ungefähr zwei Wochen, der 20-Tage-SMA etwa einem Monat und der 80-Tage-SMA etwa vier Monaten an Handelsdaten.

MAs mit längerer Periode reagieren in der Regel langsamer auf Veränderungen im Markttrend. Gleichzeitig ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass solche MAs ein falsches Signal für eine Trendänderung liefern, da sie auf einer größeren Menge an Daten basieren. Je mehr Daten in die Berechnung des SMA einfließen, desto geringer ist der Einfluss eines einzelnen Tages auf den Durchschnittswert. Selbst eine starke Kursveränderung an einem einzelnen Tag hat daher meist nur einen begrenzten Einfluss auf einen langfristigen Simple Moving Average.
Exponential Moving Average (EMA)
Simple Moving Averages wurden häufig kritisiert, vor allem wegen ihres sogenannten „Drop-off-Effekts“. Wenn sich der aktuelle Kurs kaum verändert, während ältere Kursdaten (die aus der Berechnung herausfallen) deutliche Veränderungen zeigen, kann der gleitende Durchschnitt durch das Entfernen dieser Daten beeinflusst werden. Der SMA berücksichtigt ältere Daten nicht mehr, sobald sie außerhalb der definierten Periodenlänge liegen. Um ältere Daten weiterhin in die Berechnung einzubeziehen, nutzen technische Analysten den Exponential Moving Average (EMA).
Bei der Berechnung eines SMA über eine bestimmte Anzahl von Handelstagen wird jeder Tag gleich stark gewichtet. Das bedeutet, dass die Daten jedes einzelnen Tages denselben Einfluss auf den Wert des SMA haben. Beim EMA hingegen werden die Daten unterschiedlich gewichtet – abhängig davon, wie aktuell sie sind. Neuere Daten erhalten eine höhere Gewichtung, während ältere Daten eine geringere Gewichtung erhalten.

Der Chart oben zeigt einen 10-Tage-SMA (schwarz) und einen 10-Tage-EMA (blau). Der EMA ändert seine Richtung meist schneller als der SMA, da neuere Daten stärker gewichtet werden. Im Chart ist zu erkennen, dass sich der EMA während der letzten vier Tage unterhalb des SMA bewegt. Das liegt daran, dass der Markt in diesem Zeitraum einen klaren Abwärtstrend zeigt. Der EMA spiegelt daher die aktuelle Marktstimmung deutlicher wider. In den ersten 12 Tagen (12 aufeinanderfolgende grüne Kerzen auf der linken Seite) liegt der Exponential Moving Average über dem Simple Moving Average und reagiert schneller auf Veränderungen der Marktstimmung (die folgenden 8 aufeinanderfolgenden roten Kerzen). Dadurch bildet der EMA das Verhalten der Marktteilnehmer besser ab als der SMA.
Kreuzungen von gleitenden Durchschnitten
Technische Analysten treffen ihre Trading-Entscheidungen in der Regel nicht allein auf Basis von gleitenden Durchschnitten. Stattdessen warten sie auf das stärkste Signal, das diese Indikatoren liefern können – die sogenannte Kreuzung von gleitenden Durchschnitten. Diese tritt auf, wenn ein kurzfristiger MA einen langfristigen MA kreuzt. Solche Kreuzungen deuten darauf hin, dass eine stärkere Kursbewegung bevorstehen kann, da sich das Momentum in eine bestimmte Richtung verschiebt.
Ein bärisches Signal (Verkaufssignal) entsteht, wenn der kurzfristige MA den langfristigen MA von oben nach unten kreuzt. Ein bullisches Signal (Kaufsignal) entsteht, wenn der kurzfristige MA den langfristigen MA von unten nach oben kreuzt.
Das sogenannte „Golden Cross“ beschreibt eine Situation, in der sich die Marktstimmung deutlich zugunsten der Käufer verschiebt. Dieses Signal entsteht, wenn ein mittelfristiger MA (50-Tage-MA) über einen langfristigen MA (200-Tage-MA) steigt.

Das sogenannte „Death Cross“ beschreibt hingegen eine starke Verschiebung der Marktstimmung zugunsten der Verkäufer. Dieses Signal entsteht, wenn ein mittelfristiger MA (50-Tage-MA) unter einen langfristigen MA (200-Tage-MA) fällt.

Sobald der 200-Tage-Durchschnitt durchbrochen wird, fungiert er häufig als wichtiges Widerstandsniveau (bei einem Death Cross) beziehungsweise als wichtiges Unterstützungsniveau (bei einem Golden Cross). Die Kursbewegung kann sich häufig zwischen dem mittelfristigen und dem langfristigen MA bewegen, wodurch sich gute Möglichkeiten für Swing-Trading ergeben.
MA-Kreuzungen werden oft als Bestätigungssignal innerhalb verschiedener Trading-Strategien verwendet. Dennoch sollte man beachten, dass gleitende Durchschnitte Trendindikatoren sind und die Richtung des Momentums widerspiegeln. In längeren Seitwärtsphasen sind sie meist weniger effektiv, da sich die Durchschnitte schließlich auf einem ähnlichen Kursniveau annähern. In Phasen sehr geringer Kursbewegung (wenn der Chart fast wie eine gerade Linie wirkt) liefern gleitende Durchschnitte oft kaum Hinweise auf die zukünftige Kursrichtung.
Moving-Average-Envelopes
Envelopes bestehen aus zwei Begrenzungslinien, die in einem bestimmten Abstand oberhalb und unterhalb eines gleitenden Durchschnitts eingezeichnet werden. Weicht der Kurs zu stark von diesem gleitenden Durchschnitt ab und erreicht eine der beiden Grenzen, deutet dies häufig darauf hin, dass sich die Marktbewegung zu stark ausgedehnt hat. Solche Ausschläge können Kurskorrekturen auslösen, da überdehnte Bewegungen in der Regel nicht dauerhaft anhalten.
Kurzfristige MAs (zum Beispiel ein 20-Tage-MA) werden häufig von einem Envelope von etwa 3 % oder sogar weniger umgeben. Mittelfristige und langfristige MAs werden meist von einem Envelope von etwa 5 % oder mehr umgeben.

Relative Strength Index (RSI)
Der RSI ist ein Oszillator, der überkaufte oder überverkaufte Marktbedingungen anzeigt. Dazu vergleicht er die Stärke der jüngsten Kursgewinne eines handelbaren Instruments mit den jüngsten Kursverlusten.
Der RSI kann genutzt werden, um Einstiegs- und Ausstiegssignale zu erzeugen, indem mögliche Trendenden oder der Beginn eines neuen Trends erkannt werden. Dieser Oszillator bewertet das Verhältnis von Aufwärts- zu Abwärtsmomentum eines Instruments über einen bestimmten Zeitraum (standardmäßig 14 Perioden). Dadurch wird sichtbar, ob sich ein Instrument auf ein möglicherweise nicht nachhaltiges Kursniveau nach oben oder unten bewegt hat.
Der RSI bewegt sich innerhalb eines Bereichs von 1 bis 100. Das Niveau von 50,0 gilt als wichtige Grenze zwischen Aufwärts- und Abwärtstrend. Zwei weitere wichtige Marken sind 30,0 und 70,0. RSI-Werte unter 30,0 deuten auf überverkaufte Marktbedingungen hin, während Werte über 70,0 auf überkaufte Bedingungen hindeuten. Diese beiden Schwellenwerte sind jedoch nicht fest vorgegeben und können jederzeit entsprechend der jeweiligen Trading-Strategie angepasst werden.
Liegt der RSI über dem Niveau von 50,0, deutet dies darauf hin, dass mehr Käufer als Verkäufer im Markt aktiv sind, was meist zu steigenden Kursen führt. Fällt der RSI unter das Niveau von 50,0, deutet dies darauf hin, dass mehr Verkäufer als Käufer aktiv sind, was meist zu fallenden Kursen führt.
Der RSI sollte als Werkzeug zur Trendbestätigung verwendet werden. Wenn du vermutest, dass sich ein neuer Trend bildet, kann ein Blick auf den RSI helfen, die aktuelle Marktsituation besser einzuschätzen. Wenn du davon ausgehst, dass sich ein Aufwärtstrend entwickelt, bestätigt ein RSI-Wert über 50,0 diese Einschätzung.

Trader achten jedoch besonders auf den Moment, in dem sich der RSI seinen überkauften oder überverkauften Bereichen nähert. Überkaufte Bedingungen deuten darauf hin, dass möglicherweise nicht mehr genügend Käufer im Markt vorhanden sind, um den Kurs weiter nach oben zu treiben. In der Folge kann die Aufwärtsbewegung an Dynamik verlieren. Überverkaufte Bedingungen deuten darauf hin, dass möglicherweise nicht mehr genügend Verkäufer vorhanden sind, um den Kurs weiter nach unten zu drücken. In der Folge kann die Abwärtsbewegung an Dynamik verlieren.

Wenn der RSI den Bereich nahe seines überverkauften Niveaus (30) erreicht, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich die Abwärtsbewegung verlangsamt und möglicherweise sogar eine Aufwärtsbewegung einsetzt.

Man kann daher sagen, dass überkaufte und überverkaufte Bereiche häufig als Unterstützungs- beziehungsweise Widerstandszonen fungieren.
Technischer Indikator: Standardabweichung
Der Indikator der Standardabweichung zeigt, wie stark sich der Kurs eines handelbaren Instruments in der jüngeren Vergangenheit bewegt hat. Er wird verwendet, um die zukünftige Volatilität abzuschätzen. Sehr hohe Werte der Standardabweichung deuten darauf hin, dass sich das Instrument zuletzt stark bewegt hat, die Volatilität jedoch bald wieder abnehmen könnte. Sehr niedrige Werte deuten hingegen auf das Gegenteil hin.
Der Indikator zeigt tatsächlich die Größe der Kursabweichung vom gleitenden Durchschnitt an. Ist die Standardabweichung sehr niedrig oder hat der Markt nur geringe Aktivität gezeigt, kann ein Trader davon ausgehen, dass bald ein Anstieg der Marktaktivität folgen könnte. Ist die Standardabweichung hingegen außergewöhnlich hoch, kann erwartet werden, dass die Marktaktivität in naher Zukunft nachlässt.

Am häufigsten nutzen Trader den Standardabweichungs-Indikator, um mögliche Kursumkehrungen auf Grundlage des Prinzips der „Rückkehr zum Mittelwert“ (Reversion to the Mean) zu erkennen. Dieses Prinzip geht davon aus, dass jede Abweichung vom Durchschnitt langfristig wieder zu diesem Durchschnittsniveau zurückkehrt, sodass die gesamte Kursverteilung der Standardverteilung entspricht.
Dieser Indikator eignet sich besonders für technische Analysten in einem Marktumfeld mit bestehendem Trend, in dem eine moderate Volatilität herrscht und sich die Kursbewegungen überwiegend um den Mittelpunkt einer Handelsspanne konzentrieren.
Betrachten wir ein einfaches Beispiel. Angenommen, das Währungspaar EUR/USD bewegt sich über einen längeren Zeitraum innerhalb der Spanne von 1,1000 bis 1,2000 und der Großteil der Kursbewegung findet in der Mitte dieser Spanne statt. In diesem Fall könntest du einen Trade auf Basis der Rückkehr zum Mittelwert und der Standardverteilung planen.
Liegt jedoch das Gegenteil vor – also wenn sich die Kursbewegung hauptsächlich an den Rändern der Spanne von 1,1000 bis 1,2000 konzentriert (zum Beispiel zwischen 1,1000 und 1,1100 oder zwischen 1,1900 und 1,2000) – ist es gut möglich, dass die Kursverteilung nicht der Standardverteilung entspricht. In diesem Fall eignet sich der Standardabweichungs-Indikator möglicherweise nicht als Grundlage für Trading-Entscheidungen.
Moving Average Convergence Divergence (MACD)
Der MACD ist ein Indikator, der Tradern hilft, die Kursrichtung, mögliche Trendwechsel und die Stärke einer Kursbewegung zu erkennen. Der MACD zeigt die Differenz zwischen dem 12-Perioden-EMA und dem 26-Perioden-EMA eines handelbaren Instruments. Beide EMAs werden auf Basis der Schlusskurse der jeweiligen Periode berechnet. Zusätzlich wird ein dritter EMA mit 9 Perioden dargestellt, dessen Aufgabe darin besteht, Long- und Short-Einstiegssignale zu liefern.
Ein Kaufsignal entsteht, wenn der MACD über seinen 9-Perioden-EMA steigt. Ein Verkaufssignal entsteht, wenn der MACD unter seinen 9-Perioden-EMA fällt.

Das MACD-Histogramm zeigt besonders deutlich die Differenz zwischen dem MACD und seinem 9-Perioden-EMA. Das Histogramm bleibt positiv, wenn der MACD über seinem 9-Perioden-EMA liegt. Umgekehrt bleibt das Histogramm negativ, wenn der MACD unter seinem 9-Perioden-EMA liegt.
Während eines Aufwärtstrends vergrößert sich das Histogramm, wenn sich die Kursbewegung beschleunigt, und es verkleinert sich, wenn sich die Dynamik der Kursbewegung verlangsamt. Während eines Abwärtstrends funktioniert dasselbe Prinzip in umgekehrter Richtung. Viele Trader nutzen den MACD daher, um das Momentum eines Marktes einzuschätzen.
Andere Trader verwenden das MACD-Histogramm, um sogenannte Divergenzen zu erkennen. Dabei suchen sie im Chart nach Punkten, an denen der Kurs ein neues Swing-Hoch oder ein neues Swing-Tief bildet, während das MACD-Histogramm dies nicht bestätigt. In diesem Fall liegt eine Divergenz zwischen Kurs und Momentum vor.
Bollinger-Bänder
Bollinger-Bänder gehören zur Gruppe der oszillierenden Indikatoren, die die Marktvolatilität messen. Trader nutzen Bollinger-Bänder, um abzuschätzen, ob sich der Kurs eines Vermögenswerts nach dem Erreichen relativ niedriger oder hoher Niveaus im Vergleich zu seinem jüngsten Durchschnitt wieder umkehren könnte. Bollinger-Bänder bestehen aus folgenden Elementen:
- einem oberen Band, das darauf hinweist, dass das Instrument möglicherweise überkauft ist.
- einem unteren Band, das darauf hinweist, dass das Instrument möglicherweise überverkauft ist.
- einem mittleren Band, das in der Regel dem 20-Perioden-Simple Moving Average des Instruments entspricht.
Wenn sich der Kurs dem oberen Band nähert, gilt das handelbare Instrument als überkauft, da es im Vergleich zu seinem jüngsten Durchschnitt relativ hoch bewertet ist. Dadurch entsteht ein bärisches Signal, da erwartet wird, dass der Kurs zum gleitenden Durchschnitt zurückkehrt. Trader schließen in solchen Situationen häufig ihre Long-Positionen und eröffnen Short-Positionen.

Wenn sich der Kurs dem unteren Band nähert, gilt das handelbare Instrument als überverkauft, da es im Vergleich zu seinem jüngsten Durchschnitt relativ niedrig bewertet ist. Dadurch entsteht ein bullisches Signal, da erwartet wird, dass der Kurs zurückprallt und zum gleitenden Durchschnitt zurückkehrt. Trader schließen in solchen Situationen häufig ihre Short-Positionen und eröffnen Long-Positionen.

Trader platzieren ihre Orders jedoch in der Regel nicht ausschließlich auf Grundlage von Bollinger-Bändern, die überkaufte oder überverkaufte Bedingungen anzeigen. Wenn der Kurs das obere oder untere Band erreicht, bedeutet das nicht automatisch, dass eine Umkehr folgt. Häufig suchen Trader nach zusätzlicher Bestätigung – etwa durch Candlestick-Muster oder durch weitere technische Indikatoren.
Mitunter verringert sich der Abstand zwischen den Bändern deutlich. Dieses Phänomen wird als „Bollinger Squeeze“ bezeichnet und deutet häufig darauf hin, dass ein Ausbruch bevorsteht. Bricht der Kurs über das obere Band aus, wird sich die Aufwärtsbewegung wahrscheinlich fortsetzen. Bricht der Kurs unter das untere Band aus, wird sich die Abwärtsbewegung wahrscheinlich fortsetzen.
Der folgende Chart zeigt einen „Bollinger Squeeze“, gefolgt von einem Ausbruch nach oben.

Double Top, Double Bottom
Das Double Top ist ein M-förmiges bärisches Umkehrmuster, das entsteht, nachdem sich der Markt zuvor in einem Aufwärtstrend bewegt hat. Es bietet Tradern eine Gelegenheit, eine Short-Position zu eröffnen. Die Kursbewegung bildet zwei Hochpunkte, die durch ein Zwischentief voneinander getrennt sind. Zusätzlich entsteht eine sogenannte „Neckline“ im unteren Bereich der Double-Top-Formation.
Ein echtes Double Top weist in der Regel folgende Merkmale auf:
- der Kurs tritt von unterhalb des Tiefniveaus in das Muster ein, während der Ausstieg beim Durchbruch unter die Neckline erfolgt.
- die beiden Hochpunkte sind meist identisch oder liegen innerhalb einer Abweichung von 5 %.
- die Formation wird bestätigt, wenn der Markt unterhalb des Tiefpunkts des unteren Bereichs schließt.
- die Formation gilt als gescheitert, wenn der Markt über dem zweiten Hoch schließt.
- das Muster bildet sich typischerweise innerhalb eines Zeitraums von 2 bis 7 Wochen. Je länger die Formation dauert, desto geringer ist ihre Zuverlässigkeit.

Das Double Bottom ist ein W-förmiges bullisches Umkehrmuster, das entsteht, nachdem sich der Markt zuvor in einem Abwärtstrend bewegt hat. Es bietet Tradern eine Gelegenheit, eine Long-Position zu eröffnen. Die Kursbewegung bildet zwei Tiefpunkte, die durch einen Hochpunkt voneinander getrennt sind. Auch hier entsteht eine „Neckline“, diesmal im oberen Bereich der Double-Bottom-Formation.
Ein echtes Double Bottom weist in der Regel folgende Merkmale auf:
- der Kurs tritt von oberhalb des Hochpunkts in das Muster ein, während der Ausstieg beim Durchbruch über die Neckline erfolgt.
- die beiden Tiefpunkte sind meist identisch oder liegen innerhalb einer Abweichung von 5 %.
- die Formation wird bestätigt, wenn der Markt über dem Hochpunkt des oberen Bereichs schließt.
- die Formation gilt als gescheitert, wenn der Markt unter dem zweiten Tief schließt.
- das Muster bildet sich typischerweise innerhalb eines Zeitraums von 2 bis 7 Wochen. Je länger die Formation dauert, desto geringer ist ihre Zuverlässigkeit.

Kopf-Schulter-Formation
Dieses Chartmuster tritt in der Regel nach einem Aufwärtstrend auf und signalisiert – wenn es bestätigt wird – eine mögliche Trendwende. Es gibt auch eine umgekehrte Variante, die sogenannte Inverse Kopf-Schulter-Formation. Sie tritt nach einem Abwärtstrend auf und deutet bei Bestätigung auf das Ende der Abwärtsbewegung hin.
Die Kopf-Schulter-Formation besteht aus drei Hochpunkten – einer linken Schulter, einem Kopf und einer rechten Schulter. Der Kopf ist in der Regel der höchste Punkt, während die beiden Schultern meist eine ähnliche Höhe aufweisen.
Wenn der Kurs steigt, bildet sich zunächst die linke Schulter des späteren Musters als Hochpunkt (der zugleich das Hoch des aktuellen Trends darstellt).
Damit sich eine Schulter bildet, muss der Kurs anschließend zurücksetzen und zu einem Tiefpunkt fallen. Dieses Tief kann oberhalb oder direkt auf der Trendlinie liegen. Mit anderen Worten: Der Aufwärtstrend bleibt zunächst weiterhin bestehen. Dieses Tief bildet den ersten Punkt zur Bestimmung der Neckline der Formation.
Danach beginnt sich ein neues höheres Hoch zu bilden, ausgehend vom Tief der linken Schulter. Dieses neue Hoch bildet den Kopf des Musters. Nachdem der Kopf entstanden ist, setzt der Kurs erneut zurück. In diesem Bereich wird häufig die bullische Trendlinie durchbrochen – ein Hinweis darauf, dass sich das Momentum verändert hat.
Das zweite Tief, das nach dem Rückgang vom Hoch des Kopfes entsteht, ist der zweite entscheidende Punkt zur Bestimmung der Neckline.
Die nächste Erholung vom zweiten Tief führt zum dritten Hoch (rechte Schulter). Dieses liegt in der Regel unterhalb des zweiten Hochs (dem Kopf) und entspricht ungefähr der Höhe der linken Schulter.
Die gesamte Formation wird normalerweise bestätigt, wenn der Kurs nach dem dritten Hoch (rechte Schulter) fällt, die Neckline durchbricht und mindestens eine Kerze unterhalb dieser Linie schließt.
Die Neckline sollte idealerweise horizontal verlaufen, häufig ist sie jedoch leicht aufwärts oder abwärts geneigt. Eine nach unten geneigte Neckline wird dabei meist als stärker bärisch interpretiert als eine nach oben geneigte.

Dreiecke
Manchmal weist ein Chartmuster Begrenzungslinien auf, die nicht parallel verlaufen. Wenn diese Linien in die Zukunft verlängert werden, schneiden sie sich schließlich und bilden ein Muster, das als Dreieck bezeichnet wird. Es lassen sich drei Hauptarten von Dreiecken unterscheiden – symmetrische Dreiecke, aufsteigende Dreiecke und absteigende Dreiecke.
Symmetrische Dreiecke sind Formationen mit einer unteren Begrenzungslinie, die nach oben geneigt ist, und einer oberen Begrenzungslinie, die nach unten geneigt ist. Dadurch entsteht insgesamt eine horizontale Ausrichtung. Innerhalb der Formation bildet der Kurs niedrigere Hochs und höhere Tiefs in nahezu gleichem Tempo. Beide Begrenzungslinien haben meist einen ähnlichen Winkel, verlaufen jedoch in entgegengesetzte Richtungen. Die Kursbewegung füllt normalerweise den Bereich des Dreiecks aus, wobei der Kurs jede Begrenzungslinie mindestens zwei Mal berühren sollte.
Symmetrische Dreiecke gelten in der Regel als Trendfortsetzungsformationen. Sie deuten eher auf eine vorübergehende Pause oder Konsolidierung hin als auf eine Trendwende. Innerhalb dieser Muster können sich Käufer und Verkäufer zunächst nicht durchsetzen. Erst wenn sich eine klare Richtung herausbildet und immer mehr Trader diese erkennen, kommt es zum Ausbruch aus dem Dreieck.
Im folgenden Chart sehen wir ein symmetrisches Dreieck mit einem Ausbruch nach oben.

Aufsteigende Dreiecke sind Formationen mit einer nach oben geneigten unteren Begrenzungslinie und einer horizontalen oberen Begrenzungslinie (Widerstandslinie). Innerhalb dieser Formation bildet der Kurs höhere Tiefs, während die Widerstandslinie die Kursbewegung begrenzt, bis schließlich ein Ausbruch erfolgt. Diese Dreiecke deuten darauf hin, dass Käufer zunehmend stärker werden, da sich immer höhere Tiefs bilden. Gleichzeitig nimmt die Stärke der Verkäufer allmählich ab. Zwar können Verkäufer den Kurs zunächst noch von der Widerstandslinie nach unten drücken, doch ihre Wirkung lässt mit der Zeit nach.
Die Verkäufer schaffen es nicht mehr, die Käufer auf dieselben Tiefs zurückzudrängen, und der Kaufdruck steigt, da immer mehr Käufer in den Markt eintreten. Dadurch nähert sich der Kurs zunehmend der Widerstandslinie, bis er schließlich darüber ausbricht. In den meisten Fällen erfolgt der Ausbruch in Richtung des Dreiecks (nach oben), allerdings kann er auch in die entgegengesetzte Richtung stattfinden.
Im folgenden Chart sehen wir ein aufsteigendes Dreieck mit einem Ausbruch nach unten.

Absteigende Dreiecke sind Formationen mit einer nach unten geneigten oberen Begrenzungslinie und einer horizontalen unteren Begrenzungslinie (Unterstützungslinie). Innerhalb dieser Formation bildet der Kurs niedrigere Hochs, während die Unterstützungslinie die Kursbewegung begrenzt, bis ein Ausbruch erfolgt. Diese Dreiecke deuten darauf hin, dass die Verkäufer stärker werden, da sich immer niedrigere Hochs bilden. Gleichzeitig nimmt die Stärke der Käufer allmählich ab. Zwar können Käufer den Kurs zeitweise von der Unterstützungslinie nach oben drücken, doch ihre Wirkung lässt mit der Zeit nach.
Die Käufer schaffen es nicht mehr, die Verkäufer auf dieselben Hochs zurückzudrängen, und der Verkaufsdruck nimmt zu, da immer mehr Verkäufer Positionen eröffnen. Dadurch nähert sich der Kurs zunehmend der Unterstützungslinie, bis er schließlich darunter ausbricht. In den meisten Fällen erfolgt der Ausbruch in Richtung des Dreiecks (nach unten), allerdings kann er auch in die entgegengesetzte Richtung stattfinden.
Im folgenden Chart sehen wir ein absteigendes Dreieck mit einem Ausbruch nach oben.

Flaggen und Pennants
Flaggen und Pennants sind kurzfristige Fortsetzungsformationen, die relativ häufig auftreten. Ihr Erscheinungsbild kann Keilen, Rechtecken oder Dreiecken ähneln, jedoch sind sie in der Regel deutlich kleiner.
Flaggen sind kurze Kanäle, deren Neigung entgegengesetzt zur Richtung des vorherigen Trends verläuft (häufig gehen ihnen steile Kursbewegungen voraus). Diese Chartmuster bilden sich meist über einen kurzen Zeitraum – von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen. Während sich Flaggen bilden, lässt sich in der Regel ein Rückgang des Handelsvolumens beobachten.


Der folgende Tageschart zeigt eine bullische Flaggenformation.

Pennants ähneln Flaggen sehr stark. Der wichtigste Unterschied besteht darin, dass sich die Trendlinien bei Pennants schließlich annähern und ein kleines Dreieck bilden. Wie bei Flaggen verläuft auch bei Pennants die Neigung entgegen der Richtung des vorherigen Trends. Während sich Pennants bilden, nimmt das Handelsvolumen in der Regel ab. Nach dem Ausbruch aus dem Muster steigt das Volumen hingegen meist deutlich an.


Um Flaggen und Pennants zu erkennen, achten Trader in der Regel zunächst auf einen starken Trend, der diesen Mustern vorausgeht. Viele Trader warten, bis sich die Formation vollständig gebildet hat, bevor sie eine Position eröffnen. Der Einstieg erfolgt häufig beim Ausbruch aus dem Muster. Ein gültiger Ausbruch erfolgt in der Regel in Richtung des vorherigen Trends.
Ein Trader kann eine Long-Position eröffnen, wenn der Kurs die obere Trendlinie (Widerstand) durchbricht. Ein Stop-Loss kann unterhalb der unteren Trendlinie (Unterstützung) platziert werden. Eine Short-Position kann eröffnet werden, wenn der Kurs die untere Trendlinie (Unterstützung) durchbricht. In diesem Fall kann der Stop-Loss oberhalb der oberen Trendlinie (Widerstand) gesetzt werden.
Rechtecke
Eine Rechteckformation entsteht im Chart, wenn sich der Kurs zwischen zwei horizontalen Linien bewegt – wobei die obere Linie einen Widerstand und die untere Linie eine Unterstützung darstellt. Diese beiden Begrenzungen müssen Trendlinien sein, oder der Kurs muss sie jeweils mindestens zwei Mal berühren. Der Kurs schwankt zwischen diesen beiden parallelen Linien, bis schließlich ein Ausbruch in eine der beiden Richtungen erfolgt.
Der Kurs berührt innerhalb eines Rechtecks jedoch nicht immer beide parallelen Linien exakt. Stattdessen können auch sogenannte „Shortfalls“ auftreten.

Bei Rechtecken treten relativ häufig sogenannte „False Breakouts“ auf. Diese liefern jedoch keine zuverlässigen Hinweise auf die Richtung des tatsächlichen Ausbruchs. False Breakouts sind kleinere Ausbrüche oberhalb oder unterhalb der Ausbruchsniveaus, bei denen der Kurs anschließend wieder in das Rechteck zurückkehrt. Sie treten meist in die entgegengesetzte Richtung des späteren echten Ausbruchs auf.
Rechtecke können sowohl Kursumkehrungen auslösen als auch eine Trendfortsetzung anzeigen. Als Umkehrmuster treten sie häufig an Markttiefs auf. Als Fortsetzungsformationen können sie sowohl bullische als auch bärische Rechtecke darstellen.
Ein bullisches Rechteck entsteht, wenn sich der Kurs vor der Formation in einem Aufwärtstrend bewegt hat. Innerhalb des Rechtecks lässt sich über einen bestimmten Zeitraum eine Konsolidierungsphase beobachten, bevor sich der Aufwärtstrend anschließend fortsetzt.

Ein bärisches Rechteck entsteht, wenn sich der Kurs vor der Formation in einem Abwärtstrend bewegt hat. Auch hier lässt sich innerhalb des Rechtecks über einen bestimmten Zeitraum eine Konsolidierung beobachten, bevor sich der Abwärtstrend anschließend fortsetzt.

Fazit
Die Stärke der technischen Analyse liegt in ihrer Vielseitigkeit. Ein Trader benötigt keinen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften, um einen Kurschart effektiv zu analysieren. Auch die gehandelten Märkte können sehr unterschiedlich sein – Devisenhandel, Aktien, Kryptowährungen, Rohstoffe und viele mehr. Die grundlegenden Prinzipien der technischen Analyse wie Trend, Handelsspanne, Unterstützung, Widerstand und weitere Konzepte lassen sich auf nahezu jeden Chart anwenden. Dennoch ist die Anwendung der technischen Analyse kein einfacher Ansatz. Wer erfolgreich sein möchte, muss ihre verschiedenen Aspekte gründlich verstehen, Zeit in die Entwicklung und das Testen einer Strategie investieren und gleichzeitig offen für Veränderungen an den Märkten bleiben.

